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Vom Glück, eine Auszubildende im Freibad zu haben

Trotz des enormen Fachkräftemangels konnte die Gemeinde Trebur zum 19. September eine junge Frau einstellen, die sich für eine Ausbildung zur „Fachangestellten für Bäderbetriebe“ im Fritz-Becker-Bad entschieden hat. Ihr Name ist Jule Nowak. Die Zweiundzwanzigjährige wohnt in Bischofsheim und ist bereits seit 2017 langjährige Rettungsschwimmerin im Freibad Trebur.

Nach der Fachhochschulreife an der IGS Mainz-Bretzenheim und dem Anerkennungsjahr in einer Bischofsheimer Kita studierte Jule Nowak zwei Semester „Soziale Arbeit“ an einer katholischen Hochschule in Mainz. Währenddessen arbeitete die junge Frau bis August 2022 befristet als Vertretungskraft im Kinderhaus „Unterm Regenbogen“. Auch ihre Eltern und die Geschwister haben den Beruf der Erzieherin bzw. des Erziehers gewählt.

Auch wenn ihr die Arbeit im Kinderhaus viel Spaß gemacht hat, möchte sie jetzt einen anderen Beruf erlernen. Sie mag die Abwechselung, ist sehr naturbezogen und hält sich gerne bei Wind und Wetter draußen auf. Die Frage nach ihren Hobbies beantwortet Jule Nowak mit einem strahlenden Lächeln: Sie schwimmt nicht nur gerne, sie ist auch Leichtathletin, Inlinerin und Motorradfahrerin.

„Es ist seit Jahren unglaublich schwer, den Fachkräftebedarf in den Bäderbetrieben zu decken und jemanden zu finden, der Spaß an diesem Beruf hat“, erklärt Elke Sparkuhl. Sie erkannte das große Potential der jungen Frau und nutzte die Gelegenheit, Jule Nowak für die dreijährige Ausbildung zur „Fachangestellten für Bäderbetriebe“ zu gewinnen.

„Das Spektrum der Ausbildung ist breit gefächert“, berichtet Jule Nowak. In der Schule wird die Theorie vermittelt. Fächer wie Mathematik, Chemie und Physik stehen unter anderem auf dem Lehrplan. Den praktischen Teil lernt Jule Nowak direkt im Fritz-Becker-Bad: Beckenaufsicht, Winterarbeit, Wartungs- und Reinigungsarbeiten, Betreuung der Anlagen, Erste-Hilfe- und Schwimmkurse. Die Übernahme von Verwaltungsaufgaben ist ebenso wesentlich wie der Erwerb sozialer Kompetenzen. In einem Freibad, in dem viele Generationen mit unterschiedlichen Bedürfnissen aufeinandertreffen, ist besonders Empathie gefragt.

„Ich bin begeistert, eine Auszubildende mit Erfahrungen gewonnen zu haben, die auch noch mit Herz und Seele dabei ist. Und Jule hat Spaß an diesem Beruf – besser geht’s ja wohl nicht“, freut sich Elke Sparkuhl.