Hintergrundbild

25. November - Internationaler Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen

In der Woche des 25. November stellen die Frauenbeauftragten des Kreises Groß-Gerau an öffentlichkeitswirksamen Orten im Kreisgebiet rote Stühle oder Bänke zusammen mit rot angesprühten Schuhen davor auf.

Inspiriert wurde die Aktion durch das italienische „La Panchina Rossa“ („Die Rote Bank“). Die roten Bänke sollen auf die geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam machen und sensibilisieren. Mittlerweile hat sich Deutschland dieser Aktion angeschlossen. So stehen in Freiburg, Potsdam, Speyer sowie im Kreis Groß-Gerau schon einige Bänke. Einerseits symbolisiert der freie Platz die Unsichtbarkeit von gewaltbetroffenen Frauen in der Gesellschaft. Durch die Symbolfarbe Rot soll die Gewalt, die hinter verschlossenen Türen stattfindet, für die Gesellschaft sichtbar und öffentlich gemacht werden. Andererseits steht der freie Platz für Frauen, die durch Femizid zu Tode kamen, symbolisiert durch die Schuhe, in denen sie in einer Welt ohne Gewalt gegen Frauen noch laufen würden.

Am 25. November 2021, 11 Uhr, weiht Bürgermeister Jochen Engel gemeinsam mit den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Anette Welp und Astrid Plahuta die Rote Bank in Trebur, Hauptstraße – gegenüber der DRK Sozialstation - ein. Diese wird fest installiert und mit einer Tafel versehen, die auf die Aktion aufmerksam machen soll.

Im Jahr 2020 wurden 420 Fälle von Häuslicher Gewalt der Polizeidirektion Groß-Gerau gemeldet. Viele der Opfer finden in der Frauenberatungsstelle von Frauen helfen Frauen e.V. Beratung oder im Frauenhaus Schutz. Aufgrund der guten Zusammenarbeit im Kreis Groß-Gerau steigen die Zahlen innerhalb in der Beratungsstelle immer weiter an, so dass man davon ausgehen kann, dass mehr Fälle vom Dunkel- ins Hellfeld kommen.

Außerdem hat der Kreis Groß-Gerau im vergangenen Jahr eine Immobilie erworben, die nach dem Umbau im Jahr 2023 als zweites Frauenhaus im Kreis eröffnet werden soll, um so den Schutz von Frauen weiterhin zu verstärken.

Zusätzlich gibt es im Kreis Groß-Gerau ein Netzwerk gegen Gewalt. Es besteht seit über 15 Jahren und ist ein Zusammenschluss u. a. von Polizei, Justiz, Frauen- und Männerberatung, Jugendamt und Büro für Frauen und Chancengleichheit und dient der Unterstützung und Vernetzung einzelner Stellen. Die Hilfesysteme werden aufeinander abgestimmt, so dass eine hohe Qualität der Beratungsarbeit gesichert wird und Opfern von Gewalt adäquat geholfen werden kann.

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ist ein am 25. November jährlich stattfindender Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form an Frauen und Mädchen. Denn Gewalt gegen Frauen ist noch immer alltäglich und für die meisten Opfer, aber auch in deren Umfeld ein Tabuthema. Im Rahmen des Aktions- und Gedenktages finden international thematische Veranstaltungen zur Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen statt. Geschichtlicher Hintergrund für die Initiierung des Aktionstages war der Fall der Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 vom Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet wurden.