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Bericht des Gemeindevorstands

Sitzung der Gemeindevertretung am 19.06.2026 

Kontostand
Die Kontostände der Gemeinde Trebur belaufen sich aktuell auf insgesamt 3.358.439,92 Euro.

Gewerbesteuerveranlagungen im April bis Juni 2026
In den Monaten April bis Juni 2026 wurden insgesamt Gewerbesteuererträge in Höhe von 646.325 Euro verbucht. Damit belaufen sich die Gesamterträge aus der Gewerbesteuer auf 5.065.245 Euro, womit der ursprüngliche Haushaltsansatz bereits zum jetzigen Zeitpunkt um rund 65.000 Euro überschritten wird.

Aufgrund der deutlich positiven Tendenz, wurde der Haushaltsansatz mit der 1. Haushaltsfortschreibung auf 5.500.000 Euro heraufgesetzt. Somit stehen derzeit noch 434.755 Euro aus.

Jahresabschluss 2025
Der Gemeindevorstand hat den Jahresabschluss 2025 festgestellt.

Der Jahresabschluss weist im ordentlichen Ergebnis einen Fehlbetrag in Höhe von 4.364.018,03 Euro aus und im außerordentlichen Ergebnis einen Überschuss in Höhe von 12.499,26 €. Daraus resultiert ein Gesamtfehlbetrag in Höhe von 4.351.518,77 Euro. Trotz des weiterhin erheblichen strukturellen Defizits fiel das Jahresergebnis damit um rund 385.000 Euro besser aus als ursprünglich geplant.

Mit der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden folgende Abschlussbuchungen beschlossen:

  • Der Jahresfehlbetrag in Höhe von 122.330,40 Euro beim ordentlichen Ergebnis inkl. dem Ergebnis der internen Leistungsbeziehungen beim Produkt 55-5550-02, Pflege und Bewirtschaftung Gemeindewald, wird der zweckgebundenen Rücklage "Waldwirtschaft" entnommen.
  • Der Jahresfehlbetrag in Höhe von 4.241.687,63 Euro beim ordentlichen Ergebnis wird der Rücklage aus Überschüssen des ordentlichen Ergebnisses in Höhe von 1.301.107,98 Euro und der Rücklage aus Überschüssen des außerordentlichen Ergebnisses in Höhe von 2.940.579,65 Euro entnommen.
  • Der Jahresüberschuss in Höhe von 12.499,26 Euro beim außerordentlichenErgebnis wird der Rücklage aus Überschüssen des außerordentlichen Ergebnisses zugeführt.

Der Jahresabschluss steht zur Einsicht im Ratsinformationssystem zur Verfügung.

Zuweisungen aus dem Landesausgleichsstock
Die Gemeinde Trebur erhält aus dem Landesausgleichsstock Zuweisung für das Jahr 2026 in Höhe von

  • 337.000 Euro zum Ausgleich außergewöhnlicher Belastungen der mit der Grundsteuerreform einhergehenden Effekte (Einführung Flächen-Faktor-Verfahren) im Kommunalen Finanzausgleich.
  • 26.000 Euro im Zusammenhang mit der Einführung des Ergänzungsansatzes für Kinder im Kommunalen Finanzausgleich

Beide Bescheide stehen im Ratsinformationssystem zur Verfügung.

Finanzhaushalt 2026
Die Übersicht zum Stand der gebundenen Liquidität zum 31.12.2025 ist diesem Bericht als Anlage beigefügt. Da der Finanzhaushalt 2026 in der Planung nicht ausgeglichen ist (§ 92 Abs. 5 Nr. 2 HGO), wird auf die Regelung des § 106 HGO hingewiesen.

Danach hat die Gemeinde ihre Zahlungsfähigkeit jederzeit sicherzustellen. Grundsätzlich soll hierfür ein Mindestbestand an liquiden Mitteln vorgehalten werden. Bei einem nicht ausgeglichenen Finanzhaushalt kann von diesem Mindestbestand ganz oder teilweise abgesehen werden.

Informationsfreiheitssatzung
Die Informationsfreiheitssatzung wurde am 2. Juni 2026 bekannt gemacht. Das digitale Antragsverfahren ist seit dem 10. Juni 2026 auf der Homepage der Gemeinde Trebur verfügbar.

Eine Vorstellung des Verfahrens durch die Digitalisierungsbeauftragte der Gemeinde Trebur kann nach der Sommerpause im zuständigen Ausschuss erfolgen.

Rekordverdächtiger Saisonstart im Fritz-Becker-Bad
Die Besucherzahlen und Einnahmen des Fritz-Becker-Bads haben zum Saisonstart neue Höchstwerte erreicht. Im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen (15.5. bis 31.5.) nach der Coronazeit:

 

Saisonkarten

Mehrfachkarten

Einzel

Besucher

Einnahmen

 

Gesamt

davon neu

Gesamt

davon neu

 

 

 

2023

512

156

164

64

1.501

3.750

48.662,00 €

2024

513

142

50

31

427

2.458

42.119,50 €

2025

830

282

112

57

887

3.832

68.471,50 €

2026

1.075

300

481

210

7.156

13.113

117.435,00 €

Die Anzahl der Dauerkarten hat sich seit der letzten Satzungsänderung (zur Saison 2025) bis heute verdoppelt. Besonders auffällig sind allerdings die Einzeleintritte, die sich im Vergleich zu 2025 verachtfacht und zu 2024 versechszehnfacht haben. Entsprechend höher fallen auch die bisherigen Einnahmen aus.

Die enorme Steigerung der Besucherzahlen wirkt sich allerdings auch auf den Personalbedarf aus. Das Freibadpersonal ist an der Eintrittskasse sowie bei der Beckenaufsicht fest gebunden. Zur Überwachung des Geländes sowie zur Durchsetzung der Hausordnung werden an heißen Tagen daher inzwischen zwei Kräfte eines Sicherheitsdienstes hinzugezogen.

Pumpentausch im Freibad – Bundes- und Landeszuwendung
Bereits vor einigen Jahren wurde der Austausch der alten Umwälzpumpen des Freibads ins Auge gefasst. Sie sollen durch neue Hocheffizienzpumpen ausgetauscht werden, deren Energiebedarf deutlich geringer ist und deren Abwärme zur Beheizung der Becken verwendet werden kann.

Inzwischen wurde der Verwaltung mitgeteilt, dass der Bund den Austausch mit 47.765 Euro bezuschussen wird. Das Land Hessen hat im Rahmen des SWIM+ Programms bereits einen Zuschuss in Höhe von 29.841 Euro zugesichert.

Die Eigenmittel der Gemeinde belaufen sich auf 41.807 Euro.

Ersatzbeschaffung eines Aufsitzrasenmähers für den Bauhof
Einer von zwei Aufsitzrasenmäher des Bauhofs ist mit mehreren Schäden ausgefallen. Eine Reparatur des 16 Jahre alten Geräts war unwirtschaftlich und wäre mangels Ersatzteilversorgung auch nicht in absehbarer Zeit möglich gewesen. Die Geräte sind grundsätzlich so eingeteilt, dass eines in Geinsheim und auf der Hessenaue und das andere in Trebur und Astheim eingesetzt wird. Die Reduzierung auf ein Gerät wäre sowohl aufgrund der Auslastung als auch des enormen Zeitaufwands für den Standortwechsel nicht sinnvoll. Der Rasenmäher fährt ca. 6 km/h und wäre dementsprechend lange unterwegs oder müsste mit einem weiteren Fahrzeug mit Anhänger umgesetzt werden.

Daher hat der Gemeindevorstand aufgrund der Dringlichkeit (anstehende Grünsaison) den Kauf eines Ersatzgerätes für 61.700 Euro beschlossen. Da ein vergleichbares Modell zum bisherigen Rasenmäher etwa 80.000 Euro gekostet hätte, wurde ein günstigeres Fabrikat gewählt.

Für 2026 war diese Maßnahme nicht eingeplant. Aus diesem Grund wurde die eigentlich vorgesehene Ersatzbeschaffung eines 6 to. LKW (17 Jahre alt, ebenfalls reparaturanfällig) um ein Jahr zurückgestellt.

Neubau Feuerwehrgerätehaus Trebur
Für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses hat der Gemeindevorstand Außenputzarbeiten zum Preis von 77.846,80 Euro beauftragt. Im Rahmen der Ausschreibung sind neun Angebote von bis 240.166 Euro eingegangen. Die Kostenschätzung lag bei 124.222 Euro.

Wie bereits mitgeteilt, hat das Bauunternehmen, dass für die Herstellung des Rohbaus und der Außenanlagen beauftragt ist zwischenzeitlich einen Insolvenzantrag gestellt. Die Arbeiten sind, bis auf Reste der Außenanlagen, weitgehend fertiggestellt. Der Unternehmer hat zugesagt, dass er die ausstehenden Arbeiten ebenfalls noch erfüllen wird.

Kurze Zeit später wurde auch für das mit den Fliesenarbeiten beauftragte Unternehmen ein Insolvenzantrag gestellt. In diesem Fall wurde, trotz wiederholter Aufforderung zur Leistungserbringung und der Androhung von Ersatzmaßnahmen, die Arbeit eingestellt. Inzwischen konnte ein Nachunternehmer gefunden werden, der sowohl die bisherigen Konditionen als auch die Gewährleistung für das begonnene Gewerk übernimmt.

Japankäfer
Da durch den Fund von Japankäfern kein Grünschnitt aus der Befallszone (überwiegend Ortsteil Trebur) nach außen verbracht werden darf, wurde für die gesamte Gemeinde Trebur ein Grünschnittsammelplatz gegenüber des Bauhofs eingerichtet. Die Öffnungszeiten sind identisch mit denen des Treburer Wertstoffhofs.

Dort wird der Grünschnitt zunächst gesammelt und bis Ende September gelagert. Die weitere Behandlung des Grünschnitts ist derzeit noch in Klärung und hängt insbesondere von der angelieferten Gesamtmenge ab.

Zudem gilt in der Befallszone ein Bewässerungsverbot für Rasenflächen. Die Gemeinde Trebur hat für wichtige öffentliche Einrichtungen (Freibad, Sportplatz und Kita-Außengelände) eine Ausnahmegenehmigung bei der Pflanzenschutzstelle Hessen beantragt, die inzwischen bewilligt wurde. Hierzu wurden Bodenproben entnommen und ausgewertet. Entsprechend der Genehmigung dürfen diese Rasenflächen weiterhin bewässert werden, wenn dazu regelmäßig Nematoden ausgebracht und deren Einsatz dokumentiert wird.

Nach aktueller Mitteilung der Pflanzenschutzstelle Hessen wurden in diesem Jahr bereits insgesamt zehn Japankäfer in Trebur festgestellt. Inwiefern sich daraus Auswirkungen auf die weitere Vorgehensweise ergeben, ist derzeit noch nicht bekannt.

Bürgerhaus Astheim
Der Pachtvertrag mit dem bisherigen Wirt in der Gaststätte des Astheimer Bürgerhauses wurde nach einem persönlichen Gespräch im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst.

Aufgrund der anschließenden Ausschreibung haben sich drei Bewerber gemeldet, die sich dem Gemeindevorstand vorgestellt haben. Das Auswahlverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Ruhestörung/Vandalismus im öffentlichen Raum
Seit geraumer Zeit häufen sich Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern des Astheimer Teo-Marktes sowie im Bereich Verneuil-Park bzw. Rewe/Penny in Trebur.

Damit haben sich sowohl das Ordnungsamt als auch die Kinder- und Jugendförderung befasst. Streifen des Ordnungsamtes waren zwar in den Abendstunden unterwegs, aber in der Regel setzte die Ruhestörung erst in den späteren Abend/Nachtstunden ein. Zusätzlich waren inzwischen auch mehrfach Streifen der Polizeistation Groß-Gerau vor Ort.

Der Gemeindevorstand hat beschlossen, für die Zeit der Sommerferien einen Sicherheitsdienst zu beauftragen, der – ähnlich wie vor etwa zehn Jahren – spätabends die bekannten Hotspots besucht. Dabei verfügt der Sicherheitsdienst über „Jedermannsrecht“ – er darf also nicht hoheitlich tätig werden, sondern soll in erster Linie Präsenz zeigen und vermitteln. Die Kosten belaufen sich auf rund 1.500 Euro pro Monat.

Nach dem Testzeitraum in den Sommerferien soll evaluiert werden, ob der Einsatz zu einer Verbesserung geführt hat.

Gleichzeitig steht die Kinder- und Jugendförderung zumindest mit einigen Jugendlichen im Austausch. Beispielsweise wurde eine neue, selbstverwaltete Jugendgruppe im Jugendhaus Trebur eröffnet und über mögliche Alternativplätze gesprochen.

Kommunale Wärmeplanung
Die Gemeinde Trebur ist bis Ende 2028 zur Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung verpflichtet. Der Gemeindevorstand hat hierzu ein entsprechendes Büro zum Preis von 58.167 Euro beauftragt.

Die Kosten der Wärmeplanung werden vollständig durch die zur Verfügung stehenden Fördermittel gedeckt.

Sanierungsmanagement – Bewilligung von Bundesmitteln
Als Ergebnis aus dem Klimaschutzkonzept der Gemeinde Trebur wurde bereits in den vergangenen Jahren ein integriertes Quartierskonzept für den westlichen Teil des Ortsteils Trebur erstellt und ein förmliches Sanierungsgebiet nach dem BauGB für den gesamten Ortsteil festgesetzt. Damit wird den Grundstückseigentümern innerhalb des Gebietes ermöglicht, Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden steuerlich geltend zu machen.

Zur Umsetzung des Quartierskonzeptes sind insbesondere Beratungsleistungen gegenüber den Bürgerinnen und Bürger erforderlich. Dementsprechend wurde ein Förderantrag an die KfW gerichtet, der mit einem Betrag von 249.000 Euro für einen Gesamtzeitraum von fünf Jahren bewillig wurde.

Weiterhin wurden auch Zuschüsse für die Erstellung und Umsetzung eines vergleichbaren Konzeptes für den Ortsteil Geinsheim beantragt. Da das Förderprogramm stark nachgefragt ist, wurde es kurz nach Antragstellung der Gemeinde Trebur geschlossen.

In dieser Woche kam die positive Nachricht, dass für die Konzepterstellung 74.000 Euro und für die Umsetzung 255.000 Euro von der KfW bewilligt wurden.

Insgesamt konnten damit innerhalb weniger Wochen Bundeszuschüsse in Höhe von 578.000 Euro für die Gemeinde Trebur akquiriert werden. Ergänzend wurden auch Fördermittel des Landes Hessen beantragt, deren Bewilligung ebenfalls zeitnah erwartet wird.

Trebur, 19. Juni 2026

Gemeindevorstand der Gemeinde Trebur                                                              

gez.
Jochen Engel
Bürgermeister