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Um die Ecke geschaut: Wir stellen Horst Hettich vor

Gewiss erinnern Sie sich an die Geschichte der Kölner Heinzelmännchen, die heimlich bei Nacht ihre Arbeit verrichteten. Sie wollten unerkannt bleiben.

Nicht unerkannt lassen möchten wir Horst Hettich, der in der Nachbarschaft des Rathauses Trebur wohnt. Er ist verheiratet, hat vier erwachsene Kinder und sechs Enkel. Vor zwanzig Jahren kaufte Horst Hettich das Haus in der Herrngasse. Und seit dieser Zeit verweilt sein Blick auch auf dem Rathausvorplatz mit all seinen Bäumen, Sträuchern und Beeten. Immer wieder dachte er bei sich: „Hier fehlt ein Opa! Einer, der Zeit hat und sich dem Wildwuchs der Natur widmet. Einer, der sich um das Erscheinungsbild des Rathauses kümmert.“

Der heute Fünfundsechzigjährige war Außendienstmitarbeiter im Gärtnereigroßhandel. Vor eineinhalb Jahren ging Horst Hettich in seinen wohlverdienten Ruhestand. Für ihn war das der große chancenreiche Moment, die Pflege der Grünbereiche rund um das Rathaus zu übernehmen.

Auf geringfügiger Beschäftigungsbasis arbeitet Horst Hettich zwanzig Stunden im Monat. Auf meine Frage, ob das denn reiche, nickt er und lächelt. „Das reicht. Der Rest ist meine Liebe zur Natur.“

Denn Horst Hettich hat viel zu tun: Er schneidet die Hecken, kratzt das Unkraut aus den Fugen, pflegt die Blumenbeete, reinigt die Brüstungen vor den Fenstern und die Steine. Zwei Insektenhotels, wovon er eines selbstgebaut hat, hat er auch in den Beeten aufgestellt.

Eine neue Aufgabe wartet auch schon auf ihn: Er möchte den Standesamtsvorplatz aufhübschen, weil ihm aufgefallen ist, dass die meisten Hochzeitler sich mehr vor den Büschen und Beeten als vor dem Standesamt fotografieren lassen.

Alle freuen sich sehr über das große Engagement von Horst Hettich, das weit über die zwanzig Stunden im Monat hinausgeht. So einen Einsatz kann nur ein Heinzelmännchen zeigen, der in die Natur verliebt ist.